Ich hatte das Vergnügen an Roland Emmerichs Debut Film „Das Arche Noah Prinzip“ mitzuwirken. Für die Außenaufnahmen der Raumstation haben wir Frontprojektion benutzt.

Roland Emmerich ist einer der erfolgreichsten deutschen Filmemacher und Regisseure. Nachdem er 15 Jahre lang mit Filmen in Hollywood gearbeitet hat, gründete er Roland Emmerich Filmproduktion.

Die Frontprojektion wird genutzt, um künstlich Hintergründe bei Studioaufnahmen zu erschaffen, ähnlich der Rückprojektion. Aber im Gegensatz zur Rückprojektion wird der Hintergrund nicht von hinten, sondern von vorne auf eine ausschließlich zur Lichtquelle hin hochreflektierende Leinwand projiziert. Diese Leinwand besteht aus ganz vielen winzigen gläsernen Halskügelchen, die durch ihre Totalreflexion das Lichtpunktgenau zurück reflektieren. Damals war so eine Leinwand eine Sensation, gab es das noch nicht lange. Auch Folien mit der selben Eigenschaft wurden entwickelt. Diese kennt inzwischen jeder, weil man sie überall sehen kann. Spätestens dann, wenn man mit dem Auto nachts auf der Autobahn fährt und zu ein Hinweis-Schild kommt erkennt man im Scheinwerferlicht, wie das Schild gut lesbar erhellt ist. Genau diese Folie macht das möglich. Nun aber weiter……

Um ein Bild oder Film auf die Leinwand zu projizieren wird ein Projektor in einem 90°-Winkel zur Kamera aufgebaut. Das Hintergrundbild wird dann von dem, mit der Kamera synchronisierten Projektor, auf einen Halbdurchlässigen und frontbeschichteten Spiegel geworfen, welcher im 45°-Winkel vor dem Kameraobjektiv angebracht ist und durch ihr hindurch die Szene gefilmt wird. Dadurch erfolgt eine genaue Projektion, die fast ausschließlich durch das Okular der Kamera zu sehen ist. Je weiter man sich von Dieser entfernt, umso mehr verschwindet das im Hintergrund projizierte Bild.

Wichtig ist, dass das Objektiv des Projektors einen größeren Durchmesser hat, als das Objektiv der Kamera. Dadurch sind bei der Frontprojektion keine Schatten zu sehen, da die Objekte, in unserem Fall war das Model der Raumstation, vor der Leinwand zwar Schatten darauf wirft, diese aber nicht von der Kamera wahrgenommen werden können. Das Objekt in der Kamera erscheint dadurch genauso groß wie der dahinter liegende Schatten.

Der Pluspunkt bei diesem Verfahren ist, im Unterschied zur Rückprojektion, dass das Licht bestmöglich genutzt wird, da die Projektion selbst die Lichtquelle ist. Die Kehrseite dieser Medaille ist, dass diese Aufnahmen nur wenig Platz für Bewegung lässt, da sonst die Reflexion der Lichtquelle begrenzt wird

Bekannte Beispiele für Frontprojektion waren der 1968 entstandene Science-Fiction-Film „2001: Odyssee im Weltraum“ von Altmeister Stanley Kubrick, Das Meisterwerk von Wolfgang Petersen „Das Boot“ und natürlich „Das Arche Noah Prinzip“

Und noch eine Sache privater Natur.

Thomas, welcher damals die Spezial Effekte leitete, hatte zu dieser Zeit auch Geburtstag. Und das wollte gefeiert werden. Das Studio, in dem wir drehten war komplett abgedunkelt. Alles war schwarz angestrichen. Sogar die Aschenbecher, die wegen des Rauchverbots im Filmstudio, mehr Dekoration waren. Thomas besorgte eine schneeweiße Torte und stellte sie in die Mitte des Studios auf einen Tisch. Auf der Beleuchterbrücke befand sich ein Scheinwerfer, genannt die „Sonne“, weil sie nach einigen Minuten des Vorwärmens extrem hell wurde. Diese hatte er genau auf die Torte gerichtet.  Als man ins Studio kam, sah man nur noch diese helle, weiße Torte. Alles andere war komplett dunkel…Ein unglaublicher Anblick, den ich bis heute nicht vergessen habe.

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