Die Sache mit der Frontprojektion

Wie in „Wie Joachim Simon zum Matte Painting kam“ erwähnt, hatte ich das Vergnügen an Roland Emmerichs Debut Film „Das Arche Noah Prinzip“ mitzuwirken. Für die Außenaufnahmen der Raumstation haben wir Frontprojektion benutzt. Und das funktioniert wie folgt.

fronprojektion-aufbau-2komma5d

 

Die Frontprojektion wird genutzt, um künstlich Hintergründe bei Studioaufnahmen zu erschaffen, ähnlich der Rückprojektion. Aber im Gegensatz zur Rückprojektion wird der Hintergrund nicht von hinten, sondern von vorne auf eine ausschließlich zur Lichtquelle hin hochreflektierende Leinwand projiziert. Diese Leinwand besteht aus ganz vielen winzigen gläsernen Halskügelchen, die durch ihre Totalreflexion das Lichtpunktgenau zurück reflektieren. Damals war so eine Leinwand eine Sensation, gab es das noch nicht lange. Auch Folien mit der selben Eigenschaft wurden entwickelt. Diese kennt inzwischen jeder, weil man sie überall sehen kann. Spätestens dann, wenn man mit dem Auto nachts auf der Autobahn fährt und zu ein Hinweis-schild kommt erkennt man im Scheinwerferlicht, wie das Schild gut lesbar erhellt ist. Genau diese Folie macht das möglich. Nun aber weiter……

Um ein Bild oder Film auf die Leinwand zu projizieren wird ein Projektor in einem 90°-Winkel zur Kamera aufgebaut. Das Hintergrundbild wird dann von dem, mit der Kamera synchronisierten Projektor, auf einen Halbdurchlässigen und frontbeschichteten Spiegel geworfen, welcher im 45°-Winkel vor dem Kameraobjektiv angebracht ist und durch ihr hindurch die Szene gefilmt wird. Dadurch erfolgt eine genaue Projektion, die fast ausschließlich durch das Okular der Kamera zu sehen ist. Je weiter man sich von Dieser entfernt, umso mehr verschwindet das im Hintergrund projizierte Bild. 

Wichtig ist, dass das Objektiv des Projektors einen größeren Durchmesser hat, als das Objektiv der Kamera. Dadurch sind bei der Frontprojektion keine Schatten zu sehen, da die Objekte, in unserem Fall war das Model der Raumstation, vor der Leinwand zwar Schatten darauf wirft, diese aber nicht von der Kamera wahrgenommen werden können. Das Objekt in der Kamera erscheint dadurch genauso groß wie der dahinter liegende Schatten.

Bekannte Beispiele für Frontprojektion war der 1968 entstandene Science-Fiction-Film „2001: Odyssee im Weltraum“, „Das Boot“ und natürlich „Das Arche Noah Prinzip“