Blue Screen oder Green Screen

Green Screen und Blue Screen sind inzwischen unabdingbar in fast jeder Filmproduktion. Werfen wir einen näheren Blick auf die Vor- und Nachteile dieser  Produktionsmethoden.

Frage: Worum geht es eigentlich? Eine Blue Screen oder Green Screen im Hintergrund der Darsteller, erlaubt es, diese blaue oder grüne Fläche mit anderen Bildern oder Sequenzen später zu füllen. Kurz um, den Hintergrund nachträglich teilweise oder komplett zu verändern.

Die Farbe Ultramarin blau wurde schon zur Zeit der Schwarz-Weiß Aufnahmen benutzt. Die Schauspieler stehen vor einer blauen Fläche, meistens aus gespannten Tuch oder tatsächlich einer übermalten Wand.  Vor dem Objektiv der Kamera befand sich ein Gelbfilter. Da Gelb und Blau Komplementärfarben sind, heben sich diese gegenseitig auf. Das heißt, überall wo Blau ist, wird das Filmmaterial nicht belichtet. Dadurch konnte man nachträglich über den Optical Printer, also den Optischen Printer, ein aus mehreren Projektoren und einer Kamera die über halbdurchlässige Spiegel die Sequenzen zusammenfügen, das noch nicht belichtete Material mit anderen Motiven belichten.

Um aber das vorher belichtete Material (also in unserem Fall die Schauspieler) nicht auch nochmals zu belichten, wird das Negativ der Darsteller auf den Hintergrund gelegt, sodass diese beim “einstanzen” des Hintergrundes frei bleiben. In den 80gern hat man sich, aufgrund des Farbsamplings beim digitalen Bild für Grün entschieden. Grün ist bei der Filmempfindlichkeit am höchsten . Da auch knalliges Grün und knalliges Blau nicht in der Hautfarbe zu finden ist, und man daher ein einen großen Kontrast erzielt, der das einstanzen von anderem Filmmaterial vereinfacht.

Probleme mit der Green Screen

Ein früher großes Problem bei der Verwendung von Green Screen ist die Ausleuchtung. Der Hintergrund und die Darsteller im Vordergrund mussten unabhängig voneinander ausgeleuchtet werden, damit möglichst keinerlei Schatten auf die grüne Wand fällt. Um dies zu erreichen werden sogenannte Lichtwannen verwendet, die das Licht sehr streuen und damit auch sehr geringe Schatten verursachen. Heute stellt sich diese Problem nicht mehr so, dank guter Software.

Somit ist heutzutage das anschließende Keying mit Software (und nicht mehr mit einem optical Printer) relativ einfach zu bewerkstelligen. Auch kleinere Schlagschatten, z.B die durch Falten in der Green Screen entstanden sind, sind problemlos mit einigen Klicks zu entfernen.

Der ungewollte Spill Effekt. Hierbei reflektiert das Grün des Hintergrundes auf der Haut des Darstellers und kann später nicht vollständig entfernt werden. Um dies zu verhindern bedient man sich eines einfachen Tricks…dem Spitzlicht. Eine Beleuchtung von Hinten auf den Darsteller, um so eine beleuchtete Kante zu haben, die sich vom Hintergrund abhebt. Sieht man Beispielsweise bei den Sprechern der Tagesschau.

Um aber nun endlich die eigentliche Frage zu beantworten:

Green Screen wir am meisten benutzt, wenn der spätere Hintergrund hell ist. Blue Screen hingegen benutzt man bei dunklen Hintergründen. Das vereinfacht das Keying, also das “heraustrennen” der Darsteller vor der Farbfläche.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein